Im Kinderwunschzentrum Göttingen ermitteln wir gemeinsam mit Ihnen die Ursachen, warum eine Schwangerschaft bislang ausgeblieben ist. Sämtliche Untersuchungen erfolgen zentral bei uns im Haus, sodass Ihre Ergebnisse zügig verfügbar sind und wir die nächsten Schritte direkt mit Ihnen besprechen können.
Diagnostik und Service
Unsere Diagnostik erfasst gezielt alle Untersuchungen, die für Ihre individuelle Situation relevant sind. So werden mögliche Einflussfaktoren auf die Fruchtbarkeit strukturiert ermittelt, während gleichzeitig unnötig belastende Schritte vermieden werden. Alle Befunde liegen zentral vor und können zeitnah im Gesamtzusammenhang bewertet werden, sodass wir fundierte Entscheidungen für die weiteren Behandlungsschritte treffen können.

Je mehr wir über Ihre Vorgeschichte wissen, desto gezielter können wir Sie beraten. Wenn bereits Behandlungen erfolgt sind oder Befunde vorliegen, die für die Einschätzung Ihrer Situation wichtig sind, senden Sie uns diese bitte vor unserem ersten Gespräch zu. So können wir uns optimal vorbereiten und mögliche Hinweise auf Ursachen frühzeitig erkennen.
Wir bestimmen die für die Eizellreifung relevanten Hormone FSH, LH, Östradiol und Progesteron sowie die Androgene Testosteron und DHEAS. Ergänzend kontrollieren wir TSH und Prolaktin, da sie den Zyklus und die Fruchtbarkeit beeinflussen können. Etwa eine Woche nach dem Eisprung bestimmen wir Progesteron und Östradiol erneut, um die Gelbkörperfunktion zu beurteilen.
Je nach individueller Fragestellung können ergänzende Untersuchungen erforderlich sein. Dazu gehören ein Infektionsscreening vor einer Keimzellübertragung, die Kontrolle des Impfschutzes sowie weiterführende Diagnostik wie Chromosomenanalysen, die Abklärung einer Thromboseneigung oder immunologische Untersuchungen.
Zu Beginn des Zyklus schätzen wir die Eizellreserve ab – anhand des Anti-Müller-Hormons (AMH) und der Zahl der kleinen Follikel, die sich im Ultraschall zählen lassen.
Das AMH gibt Hinweise auf die Menge der verbleibenden Eizellen, nicht jedoch auf deren Qualität. Es hilft vor allem, einzuschätzen, wie Ihre Eierstöcke auf eine hormonelle Stimulation reagieren. Ein Maß für die spontane Fruchtbarkeit ist es dagegen nicht, und einen festen Schwellenwert, ab dem eine Schwangerschaft unwahrscheinlich wäre, gibt es nicht.
Wichtig zu wissen: Ihre Chance auf eine Schwangerschaft pro Zyklus innerhalb Ihrer Altersgruppe hängt nicht allein vom AMH ab. Außerdem kann die Einnahme der Pille den AMH-Wert vorübergehend senken, und Eileiterprobleme werden durch diesen Test nicht erfasst.
In der Zyklusmitte lassen sich mit dem Ultraschall Veränderungen der Gebärmutter wie Polypen, Myome oder Fehlbildungen besonders gut erkennen. Auch die Eierstöcke werden auf Hinweise für Endometriose untersucht, und mögliche Flüssigkeitsansammlungen in den Eileitern lassen sich beurteilen. Gleichzeitig lässt sich die Reifung der Follikel im aktuellen Zyklus beobachten.
Die Untersuchung der Eileiter ist ein gezielter Schritt, um deren Durchgängigkeit zu beurteilen. Ausgangspunkt sind zunächst Zyklusinformationen und das Spermiogramm. Als schonendes Verfahren kommt zunächst eine spezielle Ultraschalluntersuchung zum Einsatz, die zwischen Ende der Regel und dem Eisprung durchgeführt wird. Wenn dies keine eindeutigen Ergebnisse liefert, kann die Durchgängigkeit der Eileiter abschließend über eine Bauchspiegelung überprüft werden.
Wir beurteilen Konzentration, Gesamtzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien nach dem WHO-Standard von 2021. Damit die Ergebnisse aussagekräftig sind, ist es wichtig, vorher einige Tage enthaltsam zu sein: Zu kurze Abstinenz verringert die Spermienzahl, zu lange kann die Beweglichkeit beeinträchtigen.
Wenn die Probe zu Hause gewonnen wird, sollte sie uns innerhalb von 45 Minuten erreichen. Transportieren Sie das sterile Gefäß nah am Körper, damit es nicht auskühlt. Alternativ steht bei uns ein eigener Raum für die Probengewinnung zur Verfügung. Bei länger bestehendem Kinderwunsch empfiehlt sich zusätzlich eine urologische Vorsorgeuntersuchung. Für einen ICSI-Antrag bei der gesetzlichen Krankenkasse ist außerdem eine andrologische Untersuchung durch einen entsprechend qualifizierten Facharzt erforderlich.
Sollten im Ejakulat keine Spermien nachweisbar sein, kann nach urologischer Einschätzung Gewebe aus dem Hoden entnommen werden. Gelangen darin Spermien zur Gewinnung, werden diese eingefroren und später für eine Behandlung verwendet (TESE mit anschließender ICSI).
Besteht der Verdacht auf eine Endometriose oder eine vergleichbare Erkrankung, kann dies im Rahmen eines ambulanten operativen Eingriffs weiter abgeklärt werden. Dazu erfolgt in der Regel eine Bauchspiegelung, häufig kombiniert mit einer Gebärmutterspiegelung und einer Prüfung der Eileiter.
Die minimal-invasiven Eingriffe führen wir in unserem eigenen OP-Bereich durch. Sie erfolgen unter Narkose und daher meist erst am Ende der Diagnostik. Sie können am selben Tag wieder nach Hause.
Unsere Leistungen
- Behandlungsangebot
Das gesamte Spektrum der Kinderwunschmedizin – einschließlich Präimplantationsdiagnostik und Abklärung wiederholt ausbleibender Einnistung - Operationen im eigenen Haus
Gebärmutter- und Bauchspiegelungen, die Prüfung der Eileiter sowie Eingriffe bei Endometriose oder Myomen im eigenen OP-Bereich - Diagnostik aus einer Hand
Hormonanalytik, Ultraschall, andrologische Diagnostik und Eileiterdiagnostik erfolgen intern, Befunde stehen zeitnah zur Verfügung - Kooperation
Telefonsprechstunde und enge Abstimmung mit Ihrer behandelnden gynäkologischen Praxis vor Ort - Praktisches
Vorausschauende Terminplanung, verkehrsgünstige Lage, kostenfreie Parkmöglichkeiten
Kosten einer Kinderwunschbehandlung
Seit 2004 hat der Gesetzgeber die Bedingungen für die Kinderwunschbehandlung für gesetzlich Versicherte geändert. Seitdem tragen die zuständigen Krankenkassen nur noch 50% der Kosten für die ärztliche Behandlung, die Medikamente und das Verbrauchsmaterial. Die andere Hälfte der Kosten entfallen auf das Ehepaar. Der Gesetzgeber hält einen solchen Eigenanteil leider für zumutbar. Die Anzahl der Behandlungszyklen ist begrenzt.
| Leistung | Eigenanteil | Patient |
|---|---|---|
| Insemination | ca. € 100 | 8 |
| Insemination nach hormoneller Stimulation | ca. € 500 | 3 |
| In-Vitro-Fertilisation (IVF) inkl. Narkose | ca. € 1.500 | 3 |
| Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) inkl. Narkose | ca. € 1.800 | 3 |
Auch die Narkose wird für gesetzlich Versicherte anteilig übernommen.
Die anteilige Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen ist an weitere Bedingungen gebunden:
- das Kinderwunschpaar muss verheiratet sein
- beide Partner müssen mindestens 25 Jahre alt sein
- der Anspruch endet am 40. Geburtstag der Frau und am 50. Geburtstag des Mannes
- gesetzlich vorgeschriebener Bluttest (Hepatitis B/C, HIV) beider Partner 3 Monate vor erster Punktion
- es muss ein von der Krankenkasse genehmigter Behandlungsplan vorliegen
- es müssen spezielle Beratungen des Paares vor Behandlungsbeginn durchgeführt werden
Die Kassen beteiligen sich insgesamt an drei Versuchen. Ein erfolgreicher Behandlungszyklus, mit dem Ergebnis einer Schwangerschaft, wird dabei nicht mitgezählt.
Unverändert tragen die Krankenkassen die Kosten für die Vordiagnostik, die Beratungsgespräche und die Behandlungskosten, falls nur eine Stimulation mit Hormonen zur Therapie nötig ist.
Privatversicherte Patienten brauchen eine verbindliche Kostenzusage ihrer Kasse. Ist der Partner privatversichert und Verursacher der Sterilität, so übernimmt die private Krankenversicherung sämtliche Kosten – auch wenn die Partnerin gesetzlich versichert ist. Dieses gilt für eine unbegrenzte Anzahl von Behandlungszyklen.
Leistungen wie das Einfrieren von befruchteten Eizellen, Spermien oder Hodengewebe (Kryokonservierung) mit den entsprechenden Lagergebühren werden nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen. Genauso verhält es sich mit dem Laser-Hatching („Schlüpfhilfe“) am Embryo und den Akupunktursitzungen beim Embryotransfer.
Wir hoffen, dass Sie über diese vielen Bedingungen nicht allzu erschrocken sind. Wir werden Sie im gemeinsamen Beratungsgespräch ausführlich über Ihre individuellen Behandlungskosten informieren und freuen uns auf Ihren Besuch.
Information der Pharmaindustrie
Selbsthilfegruppen
Institutionen
- www.deutsches-IVF-register.de
Ärztekammer Schleswig-Holstein - www.repromed.de
Bundesverband reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands - www.humangenetik.gwdg.de
Humangenetische Beratung - www.fertiprotekt.de
Netzwerk für fertilitätsprotektive Maßnahmen bei Chemo- & Strahlentherapie - www.ivf-europa.eu
Verband Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands e.V.


